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Akhtar (Aḫtar)

3275340.jpg Die persischsprachige Zeitschrift Akhtar („Stern“) wurde 1876 auf Anregung des damaligen persischen Botschafters in Istanbul gegründet und erschien bis 1896. Herausgeber und Direktor war Agha Mohammed Taher Tabrizi. Chefredakteur Mirza Mehdi Tabrizi (1839-1907) war der Gründer des Verlags Khorshid in Istanbul und späterer Herausgeber von Hekmat (1892-1912) in Kairo. Mirza Mohammad Ali Khan Kashani, der die in Kairo erschienenen Sorayya (1898-1904) gründete, arbeitete ebenfalls kurz für die Zeitschrift.
Akhtar, das erste nicht-offizielle persische Presseorgan wurde anfangs fast täglich publiziert, anschließend zweimal wöchentlich und schließlich einmal pro Woche. Die Verbreitung dieser Zeitschrift reichte von vielen Städten Irans und dem Osmanischen Reich bis zum Kaukasus und Südostasien. Sie diente den Iranern in der Diaspora als Sprachrohr und wurde von der persischen Botschaft und dem Konsulat in Istanbul als Mitteilungsblatt genutzt. Neben politischen Tagesberichten fanden sich Inlands- und Auslandsnachrichten, Artikel zu wissenschaftlichen und literarischen Themen sowie Korrespondentenberichte und Zuschriften aus Iran.
Obwohl Akhtar als Exilzeitung freier berichten konnte, wurde sie jedoch einige Male von der osmanischen Zensurbehörde suspendiert. Nach der Ermordung ad-Din Shahs im Jahr 1896 verbot die osmanische Regierung die Zeitschrift endgültig.

vgl.: Pistor-Hatam, Anja (1992): Iran und die Reformbewegung im Osmanischen Reich. Persische Staatsmänner, Reisende und Oppositionelle unter dem Einfluss der Tanẓīmāt, Berlin: Klaus Schwarz Verlag.
Dies. (1999): Nachrichtenblatt, Informationsbörse und Diskussionsforum: Aḫtar-e Estānbūl (1876-1896) – Anstöße zur frühen persischen Moderne, Münster: LIT Verlag.

 

Ayandeh (Āyande)

Ayandeh.jpg Die persische Zeitschrift Ayandeh wurde 1925 von Mahmud Afshar (1893-1983) in Teheran gegründet. Der Erscheinungsverlauf dieser Monatszeitschrift gliedert sich in drei Folgen mit insgesamt 46 Ausgaben. Die erste Folge reicht von Juni 1925 bis März 1928 (24 Ausgaben), die zweite von Oktober 1944 bis März 1945 (16 Ausgaben) und die dritte von Oktober 1959 bis April 1960 (6 Ausgaben). Der Herausgeber Afshar, der in der Schweiz Politikwissenschaften studierte, wollte mit seiner politisch und kulturell ausgerichteten Zeitschrift v.a. die persische Sprache sowie die Idee der nationalen Einheit Irans verbreiten. In Artikeln und Gedichten von mehr als 90 Autoren wurden historische und aktuelle Themen zu Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur aufgegriffen. Seyyed Hasan Taghizade, der Herausgeber der Zeitschrift Kaveh (1916-1922), gehörte ebenso zu den bekannten Verfassern wie Hoseyn Kazemzadeh-Iranshahr, der Herausgeber der Zeitschrift Iranshahr (1922-1927). Aktuelle, historisch relevante politische Dokumente sowie Fotos berühmter Politiker und Übersetzungen europäischer Literatur wurden ebenfalls veröffentlicht. Aufgrund der zahlreichen Pressezensuren musste die Erscheinung von Ayandeh vermutlich 1960 eingestellt werden.
Iraj Afshar (1925-2011), der Sohn von Mahmud Afshar veröffentlichte von 1979 nach der Islamischen Revolution bis 1994 eine Neuauflage der nun eher wissenschaftlichen Zeitschrift.

vgl.: Ghahari, Keivandokht (2001): Nationalismus und Modernismus im Iran in der Periode zwischen dem Zerfall der Qāǧāren-Dynastie und der Machtfestigung Reża Schahs. Eine Untersuchung über die intellektuellen Kreise um die Zeitschriften Kāweh, Īrānšahr und Āyandeh, Berlin: Klaus Schwarz Verlag.

 

Baba Shamal (Bābā Šamal)

Baba Shamal.jpg Die persischsprachige Zeitschrift Baba Shamal war eines der bekanntesten politischen Satiremagazine des Iran. Der Gründer Reżā Ganjaʾī (1918-1995) publizierte es zwischen 1943 und 1945 regelmäßig wöchentlich, und nach seiner Rückkehr aus Europa 1947 erschienen noch weitere 50 Ausgaben.
Ganjaʾī, ein Kabinettsmitglied und Universitätsprofessor für Ingenieurwesen, hatte vor und nach seiner Herausgeberschaft einige wichtige Positionen in Ministerien und im Banken- und Versicherungswesen inne.
Seine Artikel veröffentlichte er unter dem Pseudonym „Donb-al-mohandesīn“. Zu seinen Unterstützern und Mitarbeitern gehörten viele bekannte iranische Satiriker, Poeten und Autoren, u.a. Rahī Moʿayyerī („Zāḡča“), Eqteṣād („Shaikh Pašm-al-Dīn“), Fozūnī („Mohandes-al-Šoʿarāʾ“) und Ṣahbā („Shaikh Somā“).
Die Zeitschrift war im Iran weit verbreitet und zeichnete sich durch ihre Alltagssprache und einen umgangssprachlichen Stil aus. Das allgemeine satirische Meinungsbild der Autoren fand seinen Ausdruck in zahlreichen Artikeln über die aktuelle Tagespolitik, die durch teilweise farbige Karikaturen und Zeichnungen ergänzt wurden. Im Großen und Ganzen war die Haltung der Zeitschrift nationalistisch, unabhängig und gemäßigt, ihre Kritik führte unter dem Druck der Zensur jedoch letztendlich 1947 zur Einstellung ihrer Herausgabe.

vgl.: Elwell-Sutton, Lawrence (1968): "Iranian Press 1941-47", Iran 6, S. 80

The Encyclopaedia Iranica:

  • http://www.iranicaonline.org/articles/baba-samal
  • http://www.iranicaonline.org/articles/ganjai-

 

Bahar (Bahār)

Die persischsprachige Zeitschrift Bahar („Frühling“) wurde 1910 vom Dichter und Journalisten Mīrzā Yūsof Khan Āštīānī, auch genannt Eʿteṣām-e Daftar und Eʿteṣām-al-Molk (1291-1356/1874-75-1937-38) in Teheran gegründet. Sie erschien monatlich in zwei Jahrgängen (1910-1911 und 1921-1922) in 17 bzw. 16 Ausgaben. Das Ziel des Herausgeber war es anfangs, ein Forum für den literarischen, wissenschaftlichen, historischen und politischen Austausch zu schaffen sowie für die Verbreitung von Informationen. Die publizierten Artikel wurden überwiegend von Eʿteṣām-al-Molk selber verfasst oder übersetzt.
Chefredakteur des ersten Jahrgangs war Mīrzā Reżā Khan Modabber-al-Mamālek, der spätere Herausgeber von Tamaddon (1920), der des zweiten Jahrgangs ʿAbbās Ḵalīlī, der auch Eqdām, (1921) veröffentlichte. Unter Ḵalīlī nahm die literarische Ausrichtung der Zeitschrift und insbesondere die Veröffentlichungen übersetzter europäischer Literatur zu. Bekannte Beispiele sind Werke von Victor Hugo und Rousseau sowie Lermontovs “Dämon”. Auch die Diskussion zeitgenössischer persischer Literatur sowie Literaturkritik wurde bei den Lesern immer beliebter.

vgl. Rypka, Jan (1959): Iranische Literaturgeschichte. Leipzig: VEB Otto Harrassowitz.

Yūsofī, Ḡ.-Ḥ. (2011): Bahar. In: Encyclopaedia Iranica. http://www.iranicaonline.org/articles/bahar-persian-monthly

Danesh (Dāneš), 1882

Danesh („Wissen“) ist der Titel von sieben verschiedenen persischsprachigen Zeitschriften, die seit 1882 herausgegeben wurden. Dieses zweiwöchentlich erscheinende Wissenschaftsmagazin war das erste und wurde 1882 in Teheran von der Universität Dār al-fonūn publiziert. Insgesamt erschienen auf Anordnung des Wissenschaftsministers ʿAlīqolī Khan Moḵber-al-Dawla, der unter Nāṣer-al-Dīn Shah (1264-1313/1848-96) tätig war, 14 Ausgaben. Im Iran war Dāneš das erste Magazin, das kostenlos erhältlich war und Werbung kostenfrei abdruckte. Das Ziel der Zeitschrift war es wahrscheinlich, die Lücke zu füllen, die die Auflösung des bekannten Wissenschaftsmagazins Rūz-nāma-ye ʿelmī hinterlassen hatte. Leitender Redakteur war Moḥammad Kāẓem, ein Lehrer für Naturwissenschaften an der Dār al-fonūn, der in Europa studiert hatte. Neben Kāẓem veröffentlichten noch andere Lehrer Artikel zu wissenschaftlichen und medizinischen Themen sowie ihre eigene Meinungen. Zudem nutzte das Ministerium für Wissenschaft die Zeitschrift als Sprachrohr für ihre offiziellen Nachrichten.

vgl. Ettehadieh, M. Nezam Mafi und S. Mir Mohammed Sadeq (1997): A review of historical publications in Iran from 1987–1996. In: Iranian Studies 30, 1-2, S. 117-129.

Parvin, Nassereddin (2011): “DĀNEŠ”, in: Encyclopædia Iranica, http://www.iranicaonline.org/articles/danes-lit

Schayegh, Cyrus (2009): Who Is Knowledgeable Is Strong: Science, Class, and the Formation of Modern Iranian Society, 1900-1950. Berkeley, Los Angeles und London: University of California Press.

Danesh (Dāneš), 1910-1911

Danesh.jpgDanesh („Wissen“) betitelt sieben verschiedene persische Periodika, die seit 1882 erschienen sind.
Die hier digitalisierte Zeitschrift Danesh war eine persischsprachige Frauenzeitschrift, die in Teheran herausgegeben wurde. Sie erschien wöchentlich von 1910 bis 1911 (1328-1329hš) in insgesamt 30 Ausgaben. Die Herausgeberin war die Ehefrau eines Dr. Hosseyn Khan (Kahal) und Tochter von Yaqub Jadid al-Eslam Hamadani. Ihr eigener Name ist nicht bekannt.
Danesh war außerdem die erste Zeitschrift Irans, die nur für Frauen herausgegeben wurde. Politischen Themen gehörten nicht zum Inhalt, sondern vor allem inländische Nachrichten, die Frauen damals interessierten. Ebenfalls wurden Artikel zu Themen wie Bildung und Kindererziehung publiziert sowie die Kapitel eines Fortsetzungsromans.

 


Browne, Edward G. (1914): The Press and Poetry of Modern Persia. Cambridge: Cambridge University Press.

Rabino, H. L. (1911/1329): Ṣūrat-e jarāyed-e Īrān wa jarāyed-ī ke dar ḵārej az Īrān be zabān-e fārsī ṭabʿ šoda ast, Rašt.

Soltani, M. (1975/1354): Fehrest-e rūz-nāmahā-ye fārsī dar majmūʿa-ye ketāb-ḵāna-ye markazī wa markaz-e asnād-e Dānešgāh-e Tehrān, marbūṭ be sālhā-ye 1267-e qamarī tā 1320-e šamsī, Tehran.

Tabatabai, M. Mohit (1987/1366): Tārīḵ-etaḥlīlī-e maṭbūʿāt-e Īrān, Tehran.

Habl al-Matin (Ḥabl al-matīn)

Die persischsprachige Zeitschrift Habl al-Matin („Das feste Band“) erschien täglich von 1907 bis 1908 in Teheran und gilt als eine der wichtigsten politischen Zeitschriften während der Konstitutionellen Revolution. Es wurde ein Jahrgang mit insgesamt 274 Ausgaben herausgegeben. Die Zeitschrift wurde als Ableger ihres gleichnamigen Vorgängers gegründet, der bereits ab 1893 in Kalkutta publiziert wurde, um die Aktualität der Nachrichten innerhalb des Iran zu gewährleisten. Gründer und Eigentümer waren Moʾayyed-al-Eslām, der Herausgeber der indischen Habl al-Matin und sein jüngerer Bruder Sayyed Ḥasan. Ab der 20. Ausgabe bekleidete Shaikh Yaḥyā Kā-šāni, ein bekannter Journalist und Besitzer der Zeitschriften Majles, Irān und Irān-e emruz, das Amt des Herausgebers. Während der Konstitutionellen Revolution nutzte Ḥasan die Zeitschrift zur Unterstützung der Bewegung. Im Zuge des Coup d´États von Mohammed Ali Schah im Juni 1908 wurde Sayyed Ḥasan ins Exil verbannt, und die Herausgabe der Zeitschrift endete.

vgl. Browne, Edward G. (1983): The Press and Poetry of Modern Persia. Los Angeles: Kalimat Press.

Parvin, Nassereddin (2002): “ḤABL AL-MATIN”, in: Encyclopædia Iranica, http://www.iranicaonline.org/articles/habl-al-matin

Jangal (Ǧangal)

Jangal.jpg Die Zeitschrift Jangal („Wald“) wurde 1917 von der Nehzat-e Jangal („Jangali-Bewegung“, 1914–1921) in Gilan gegründet. Mirza Kuchak Khan (1880-2. Dezember 1921), ein junger Revolutionär sowie Begründer und Anführer dieser Bewegung, kämpfte gemeinsam mit dem Komitee Ettehad-e Eslam („Islamische Einheit“) in den Wäldern im Norden Irans. Ihre Bewegung richtete sich u.a. gegen Großgrundbesitzer sowie die britische und russisch-zaristische Einflussnahme. Im Juni 1920 riefen die Jangalis gemeinsam mit der Kommunistischen Partei Irans die Sozialistische Republik Gilan aus, die im November 1921 von Reza Khan Pahlavi (später Reza Shah Pahlavi) wieder zurück erobert wurde.
Die Zeitschrift war das Sprachrohr der Jangalis und wurde teilweise von Mirza Hoseyn Kasma’i (1862-1921) herausgegeben. Ihre Haltung und Kritik verbreiteten sie in insgesamt 31 Ausgaben mit Hilfe von literarischen Texten und kulturellen Symboliken. Viele Gedanken teilten sie dabei mit dem Nationalismus der staatlichen Eliten: das Streben nach Vereinbarkeit von Islam, iranischem Nationalismus und Sozialismus.

 

vgl.: Kashani-Sabet, Firoozeh (2000): Frontier Fictions: Shaping the Iranian Nation, 1804-1946. I.B. Tauris.

Shakeri, Khosro (2007): Milade Zakhm: Jonbesh-e Jangal va Jomhuri-ye-ye Shoravi Sozialistischen-e Iran (Die Geburt der Läsion: Der Jangali Bewegung und der Beratende Sozialistischen Republik Iran). Akhtaran Presse: Teheran.

Wahdat-Hagh, Wahied (2003): Die Islamische Republik Iran. Die Herrschaft des politischen Islam als eine Spielart des Totalitarismus. LIT: Münster.

 

Kaveh (Kāve)

Kave.jpg Die persischsprachige Exilzeitschrift Kaveh wurde 1916 von der Nachrichtenstelle für den Orient (NfdO) des Auswärtigen Amtes in Berlin gegründet. Sie erschien zwischen 1916 und 1922 zweimal monatlich und wurde von Seyyed Hasan Taghizade (1878-1970) und Seyyed Mohammad Ali Jamalzade (1892-1997) herausgegeben. Der Titel geht auf den aus Isfahan stammenden Schmied Kaveh zurück, einen Helden der iranischen Mythologie.
Der Erscheinungsverlauf gliedert sich in eine Alte Folge, eine Neue Folge und eine abschließende Sonderausgabe. Die Alte Folge (1916-1919) besteht aus 4 Jahrgängen mit 35 Nummern, wobei 6 Ausgaben als Doppelnummer erschienen sind. Sie war vorwiegend ein Propagandaorgan der Orientpolitik des Deutschen Reiches. Nach Kriegsende und der Auflösung der NfdO wurde Ende 1919 vom Deutschen Orient Institut (DOI) und dem Auswärtigen Amt die Weiterfinanzierung der Zeitschrift beschlossen. Die Neue Folge (1920-1922) gliedert sich in 25 Nummern mit einer Doppelnummer, wobei der erste Jahrgang in Fortführung der Alten Folge fälschlicherweise als Jahrgang 5, statt Jahrgang 1, bezeichnet wurde. Inhaltlich beschäftigt sie sich vor allem mit literarischen und wissenschaftlichen Themen. 1922 wurde die Herausgabe der Kaveh nicht weiter finanziert und ihr Erscheinen wurde eingestellt.

vgl.: Epkenhans, Tim (2000): Die iranische Moderne im Exil. Bibliographie der Zeitschrift Kāve, Berlin: Klaus Schwarz Verlag.

Majlis (Maǧlis)

Die persischsprachige Zeitschrift Majlis („Parlament“, „Versammlung“) erschien zwischen 1906 und 1908 in Teheran. In einem einzigen Jahrgang wurden insgesamt 325 Ausgaben publiziert, die aus jeweils acht Seiten bestanden und kostenlos verteilt wurden.
Majlis galt als die Zeitschrift der Konstitutionellen Revolution und war das Sprachrohr des Parlaments. Sie verschrieb sich dem Ziel, die Verhandlungen des Parlaments und deren Ergebnisse direkt und ungefiltert der Öffentlichkeit bereitzustellen. Herausgeber war Mirza Mohsen Mojtahed und sein Chefradakteur Seyed Mohammad Hosseini Tabatabaei.
Über die rurale Dimension der Revolution gab die Zeitschrift ebenso großen Aufschluss wie über die damalige sozioökonomische Situation im Land sowie die verschiedenen Streiks und Proteste. Leserbriefe spiegelten zudem die herrschenden Kontroversen zwischen Intellektuellen, Konservativen sowie der Bauernschaft zu verschiedenen politischen Themen wider. Während der Dauer ihres Erscheinens unterlag die Zeitschrift keinerlei staatlicher Zensur.

vgl. Afary, Janet (1991): Peasant Rebellions of the Caspian Region during the Iranian Constitutional Revolution, 1906-1909. In: International Journal of Middle East Studies, Bd. 23, Nr. 2, S. 137-161.

Kasra, Niloofar: Foundation of Majlis Newspaper in 24th Nov. 1906. In: Institute for Iranian Contemporary Historical Studies.

 

Nama-i Farhangistan

Nama-i farhangistan.jpg Die persischsprachige Zeitschrift Nama-i farhangistan (DMG: Nāma-i farhangistān, dt. „Schreiben der Akademie“) erschien monatlich zwischen 1943 und 1947 in Teheran. Insgesamt wurden 10 Ausgaben in 5 Jahrgängen veröffentlicht. Das Magazin stellte das Publikationsorgan der 1935 gegründeten Akademie des Iran (pers. Farhangistān-i Īrān) dar, dem Vorgänger der Akademie für Persische Sprache und Literatur, und wurde so zu einem bedeutsamen Wegbereiter für die sprachwissenschaftliche Forschung und die Sprachreformen in der Pahlavi-Ära. Zu den Mitgliedern der Akademie zählten, neben bekannten Politikern und Diplomaten, zahlreiche berühmte iranische Literaten und Gelehrte der damaligen Zeit, wie Abbas Iqbal (1896-1955), dem Gründer der Zeitschrift Yadgar sowie Ali-Akbar Dehchoda (1879-1956), dem Mitbegründer der Zeitschrift Sur-e Esrafil und Autor des „Wörterbuchs von Dehchoda“ (Loghat-nāme-ye Dehchodā) - das bedeutendste und umfassendste Wörterbuch der persischen Sprache und Literatur.
Die Akademie, deren vordergründiges Ziel der Erhalt und Schutz der persischen Sprache war, nutzte die Zeitschrift insbesondere für die Veröffentlichung von persischen Äquivalenten, die bestimmte Fremdwörter ersetzen sollten. Ab 1995 erlebte das Publikationsorgan eine gleichnamige vierteljährliche Neuauflage.

Vgl. Amanat, Abbas (2019): From Peshawar to Tehran. An Anti-imperialist Poet of the Late Persianate Milieu. In: Green, Nile (Hg.): The Persianate World. The Frontiers of Euroasian Lingua Franca. Oakland: University of California Press, S. 279-299.

Jazayeri, M. A. (1999): FARHANGESTĀN, in: Encyclopædia Iranica, online edition, http://www.iranicaonline.org/articles/farhangestan (letzter Abruf: 27.11.2019)

Nama-i haftegi-i kuhistan

The Persian-language journal Nama-i haftegi-i kuhistan (Nāma-i haftegi-i kūhistān; نامه هفتگی کوهستان;) was published in Teheran between 1945 and 1947. The licensee and managing director of the journal was Dr. Ismail Ardalan. According to its own statements, the journal is independent of any party or specific groups.Two volumes with a total of 84 issues were published. Each issue consists of 8 pages.

Die persischsprachige Zeitschrift Nama-i haftegi-i kuhistan (Nāma-i haftegi-i kūhistān; نامه هفتگی کوهستان; „Wochenbrief der Berge“) wurde von 1945-1947 in Teheran herausgegeben.1 Lizenznehmer und Geschäftsführer der Zeitschrift war Dr. Ismail Ardalan.2 Nach eigenen Angaben ist die Zeitschrift unabhängig von einer Partei oder bestimmten Gruppen. Insgesamt wurden in 2 Jahrgängen 84 Ausgaben veröffentlicht.3 Jede Ausgabe besteht aus jeweils 8 Seiten.

 

Nashriya-i Madrasa-i Mubaraka-i Dar al-Funun-i Tabriz (Našrīya-i Madrasa-i Mubāraka-i Dār al-Funūn-i Tabrīz)

Die persischsprachige Zeitschrift Nashriya-i Madrasa-i Mubaraka-i Dar al-Funun-i Tabriz erschien von 1893 bis 1894 in Tabriz. Insgesamt wurden vier Ausgaben publiziert, die monatlich herausgegeben wurden. Über ihren Inhalt ist nur bekannt, dass sich die Zeitschrift auf die Vermittlung von Themen der technischen Produktion und der Wirtschaft in Tabriz spezialisiert hat.

vgl. Mansoureh Ettehadieh (Nezam-Mafi) und Said Mir Muhammad Sadeq (2001): Newspapers and Journals Reprinted from 1991 to 2001. In: Iranian Studies, 34(1/4), 195-201.

 

 

 

Nowruz (Naurūz)

Die persischsprachige Zeitschrift Nowruz („Neuer Tag“ bzw. „Neujahr“) erschien von 1903 bis 1904 in Teheran. In einem einzigen Jahrgang wurden wöchentlich insgesamt 48 Ausgaben publiziert. Der inhaltliche Fokus der Zeitschrift lag insbesondere auf wissenschaftlichen Artikeln und auch bei den Themen Bildung und Ausbildung im Iran.

vgl. Balslev, Sivan (2019): Iranian Masculinities: Gender and Sexuality in Late Qajar and Early Pahlavi Iran. Cambridge: Cambridge University Press.

 

 

Ruh al-Qudus (Rūḥ al-Qudus)

Die persischsprachige Zeitschrift Ruh al-Qudus („Der Heilige Geist“) erschien vierzehntäglich 1907 und 1908 in Teheran in insgesamt 29 Ausgaben. Herausgeber war Sultan al-'Ulama Khorasani (1839-1911), ein schiitischer Religionsgelehrter und politischer Aktivist, der für die Unterstützung der Konstitutionellen Revolution im Iran (1905-1911) und seiner Kritik an der Regierung Mohammed Ali Schahs bekannt wurde. Mit der Gründung dieser revolutionären Oppositionszeitschrift wurde das Ziel verfolgt, Meinungen zu herrschenden politischen und gesellschaftlichen Zuständen zu veröffentlichen und die Missstände offen zu kritisieren. Aufgrund ihrer nicht unbedingt einfachen Sprache wird davon ausgegangen, dass eine eher politisch gebildete und im oppositionellen Spektrum angesiedelte Leserschaft erreicht werden sollte.
Zusammen mit der Zeitschrift Musavat und Sur-e Esrafil trug Ruh al-Qudus durch ihre revolutionäre und aggressive Ausrichtung maßgeblich zur Unterstützung der Konstitutionellen Revolution bei.
Nach Mohammad Ali Shahs Thronbesteigung und Konterrevolution im Juni 1908 wurde die Zeitschrift, wie auch viele andere iranische Presseorgane, endgültig verboten.

vgl. Catanzaro, Christl (1995): "Leserbriefe in Ṣûr-e Esrâfîl und Rûḥ ul-Qods als Forum des Informationsaustausches für die Intelligenzija der Mašrûṭîyat-Zeit“, S. 16. In: Herzog, Christoph, Raoul Motika und Anja Pistor-Hatam (Hrs.): Presse und Öffentlichkeit im Nahen Osten. Heidelberg. S. 15-22.

Hairi, A. (2011): “Akund Korasani,” in: Encyclopædia Iranica, I/7, S. 732-735.

 

 

 Sharaf (Šaraf)

Die Monatszeitschrift Sharaf erschien von 1882 bis 1891 in Teheran. Unter der Leitung von Mohammad Hasan Khan, Etemad-Saltaneh (1840-1895), wurde ein Jahrgang mit insgesamt 87 Ausgaben herausgegeben. Bekannt wurde dieses Magazin insbesondere für seine zahlreichen und aufwändigen Illustrationen und Fotographien.
Mohammad Hasan Khan, der an der bekannten technischen Universität Dar al-Funun und in Paris seinen Abschluss als Historiker und Geograph machte, war zeitgleich Minister im Kabinett von Naser ed-Din Schah. Für die Illustration der Zeitschrift beschäftigte er die damals berühmtesten Kalligraphen, Maler und Fotographen. Ihre Kunstwerke ergänzten die Biographien und Porträts bekannter iranischer und ausländischer Notabler, Politiker sowie Künstler der damaligen Zeit, auf dessen Veröffentlichung sich Sharaf spezialisierte. Sharaf veränderte und revolutionierte mit der Veröffentlichung ihrer künstlerischen Werke die Kunst und Malerei der damaligen Zeit.

vgl. Mohammad Sattari & Houshang Salamat (2013): Photography and the Illustrated Journals Sharaf and Sharāfat. In: History of Photography, 37:1, S. 74-84.

Sharafat (Šarāfat)

Die Monatszeitschrift Sharafat erschien von 1896 bis 1903 in Teheran. Unter der Leitung von Mohammad Bagher Khan, einem Minister im Kabinett von Mozaffar-ed-Din Shah, wurde ein Jahrgang mit insgesamt 66 Ausgaben herausgegeben. Wie auch Sharaf, als dessen Nachfolger Sharafat galt, wurde dieses Magazin insbesondere für seine zahlreichen und aufwändigen Illustrationen und Fotographien bekannt. Die Zeitschrift führte die Tradition der Sharaf fort, sich auf Porträts und Biographien bekannter iranischer und ausländischer Notabler, Politiker sowie Künstler der damaligen Zeit zu spezialisieren, die durch zahlreiche und aufwändige Illustrationen und Fotographien ergänzt wurden. Sharafat veränderte und revolutionierte mit der Veröffentlichung ihrer künstlerischen Werke die Kunst und Malerei der damaligen Zeit.

vgl. Mohammad Sattari & Houshang Salamat (2013): Photography and the Illustrated Journals Sharaf and Sharāfat. In: History of Photography, 37:1, S. 74-84.

Sharq (Šarq)

Die persischsprachige Zeitschrift Sharq („Der Osten“) erschien von 1924 bis 1932 in Teheran. Die Herausgeber des ersten Jahrgangs mit zwei Ausgaben waren Moḥammad Ramażāni (1904-67), der Besitzer des Verlags Kolāla-ye ḵāvar, ʿAli Dašti and Naṣr-Allāh Falsafi. Ab 1930 erschien unter der Leitung von Saʿid Nafisi (1895-1966), einem persischen Gelehrten, Schriftsteller und Poeten, ein zweiter Jahrgang mit insgesamt 12 Ausgaben.
Die literarische Zeitschrift veröffentlichte insbesondere persische Literatur und Artikel zur persischen Geschichte und deren Nachbarländern. Das formulierte Ziel des Herausgebers war es, einer breiten Leserschaft die bekannte persische Literatur nahezubringen und sie über aktuelle Neuerscheinungen zu informieren. Zudem wurden persische Übersetzungen von berühmten internationalen Werken, wie zum Beispiel Schillers Maria Stuart, abgedruckt.

vgl. Parvin, Nasserddin (2009): „Šarq“, Encyclopædia Iranica, online edition, http://www.iranicaonline.org/articles/sarq-a-literary-journal-published-in-tehran-by-mohammad-ramazani-1904-1967

Shokufeh (Šukūfe)

Shokufeh.jpg Nach dem Erscheinen der ersten persischsprachigen Frauenzeitschrift Danesh (1910-1911) in Teheran folgte 1913 mit der Gründung der Shokufeh („Blüte“) das nächste persische Presseorgan nur für Frauen. Die Herausgeberin war Maryam Amid Mozayen ol-Saltaneh, die Tochter von Aqa Mirza Sayyed Razi Ra’is al-Atebba, einem hochrangigen medizinischen Berater am Qajarenhof.
Mozayen ol-Saltaneh gründete fast zeitgleich die Iranische Frauengesellschaft Anjoman Khavatin Irani, deren Ziele sie in der Shokufeh veröffentlichte. Sie trat insbesondere für die Förderung iranischer Produkte und der Industrie sowie für die der Bildung, Wissenschaft und Kunst unter Frauen ein.
Zu Anfang beschäftigte sich die Zeitschrift vorwiegend mit Themen, die vor allem Frauen interessierten, wie Gleichberechtigung, Bildung, Erziehung, Hygiene und Moral. Im Zuge der Arbeit der Iranischen Frauengesellschaft wurden die Themen zunehmend politischer, wobei vor allem die nationale Unabhängigkeit und die Rolle der Frau hierbei thematisiert wurden. Shokufeh erhob den Anspruch sich nicht in die politische Sphäre der Männer einzumischen, was ihr aber nicht immer gelang, weshalb die Zeitschrift in den Blick der Zensur geriet.
Nach dem Tod der Herausgeberin 1919 wurde das Erscheinen der Zeitschrift eingestellt.

vgl.: Amin, Camron Michael (2002): The Making of the Modern Iranian Woman: Gender, State Policy, and Popular Culture, 1865-1946, Gainesville: Florida University Press.

Paidar, Parvin (1995): Women and the Political Process in Twentieth-Century Iran, Cambridge: University Press.

Sedghi, Hamideh (2007): Women and Politics in Iran: Veiling, Unveiling, and Reveiling, Cambridge: University Press.

Siraj al-Akhbar (Sirāǧ al-ah̲bār)

--> zur Online-Version: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:5:1-218485

 

 

 

 

Sur-e Esrafil (Ṣūr-e Esrāfīl)

sur-e esrafil.jpg Die persischsprachige Wochenzeitschrift Sur-e Esrafil („Trompete von Esrafil“) erschien zwischen Mai 1907 und März 1909. Die ersten 32 Ausgaben wurden von dem Gründer der Zeitschrift, Mirza Jahangir Khan (1870-1908), einem iranischen Schriftsteller und Journalisten, herausgegeben. Mit einer als liberal sowie revolutionär geltenden inhaltlichen Ausrichtung trug Sur-e Esrafil maßgeblich zur Unterstützung der Konstitutionellen Revolution bei. Der Herausgeber veröffentlichte Artikel, in denen die damaligen Herrschaftsverhältnisse und die soziale Situation im Land scharf kritisiert sowie die Kontroversen zwischen konservativer und moderner Geistlichkeit diskutiert wurden.
Bekannt und berühmt geworden ist die Zeitschrift jedoch vor allem aufgrund ihrer literarisch-satirischen Komponente. Für die satirischen Artikel der Kolumne „Charand-o Parand“ („Nonsense“) war Ali Akbar Dehkhoda (1879-1956) verantwortlich, der sich durch einen einfachen Sprachstil vom sonst eher literarischen und an die Gebildeten gerichteten Stil abhob. Er wollte so den Großteil der Bevölkerung erreichen und die alltäglichen Probleme des „einfachen Mannes“ ansprechen.
Im Zuge der Repressionen und auf Befehl von Mohammad Ali Shahs wurde die Zeitschrift im Juni 1908 endgültig verboten, Mirza Jahangir Khan wurde inhaftiert und hingerichtet.
Im Januar 1909 kam es unter Dehkhoda zu einer Wiederbelebung von Sur-e Esrafil, der von der Schweiz aus 3 weitere Ausgaben der Zeitschrift herausbrachte.

vgl.: Browne, Edward G. (1914): The Press and Poetry of Modern Persia, Cambridge: University Press.

Catanzaro, Christl (1995): "Leserbriefe in Ṣûr-e Esrâfîl und Rûḥ ul-Qods als Forum des Informationsaustausches für die Intelligenzija der Mašrûṭîyat-Zeit“. In: Herzog, Christoph, Raoul Monika und Anja Pastor-Hatam (Hgg.): Presse und Öffentlichkeit im Nahen Osten. Heidelberg: Heidelberger Orientverlag.

 

Tarbiyat

Tarbiyat.jpg Die persischsprachige Tarbiyat ("Bildung", "Erziehung") war die erste nicht-staatliche Zeitung Irans. Sie wurde 1896 von Mirza Mohammad Hosseyn Foroughi, auch bekannt als Zaka-al Molk, in Teheran gegründet und bis 1907 herausgegeben. Für Foroughi, der als Übersetzer von Naser al-Din Shah tätig und auch Poet war, war die Aneignung moderner Wissenschaften entscheidend für die Entwicklung eines Landes und dessen Gesellschaft. Er wollte, im Gegensatz zur weit verbreiteten Auffassung von traditioneller Bildung und Wissenschaft, mit der Herausgabe seiner Zeitschrift zur Modernisierung der iranischen Gesellschaft beitragen.
Der Erscheinungsverlauf der neun Jahrgänge mit insgesamt 434 Ausgaben variierte unregelmäßig zwischen täglich, wöchentlich und monatlich. In den Artikeln wurden sowohl Themen wie Geschichte und Geographie als auch medizinische sowie andere wissenschaftliche Abhandlungen behandelt. Insbesondere durch die literarische Schwerpunktsetzung sowie die Veröffentlichung zahlreicher Übersetzungen wurde die Zeitschrift zum literarischen Vorreiter dieser Zeit.

 

vgl.: Ebrahimejad, Hormoz (2014): Medicine in Iran: Profession, Practice and Politics, 1800-1925, Palgrave.

Kamshad, Hassan (1966): Modern Persian Prose Literature, Cambridge: University Press.

Kashani-Sabet, Firoozeh (2000): Frontier Fictions: Shaping the Iranian Nation, 1804-1946, Princeton University Press.

Pistor-Hatam, Anja (1992): (1992): Iran und die Reformbewegung im Osmanischen Reich. Persische Staatsmänner, Reisende und Oppositionelle unter dem Einfluss der Tanẓīmāt, Berlin: Klaus Schwarz Verlag.

Yadgar (Yādgār)

Die persischsprachige Zeitschrift Yadgar („Andenken“/ „Denkmal“) erschien von 1944 bis 1949 in insgesamt 50 Ausgaben in Teheran. Ihr Herausgeber war Abbas Iqbal (1896-1955), ein persischer Historiker und Nationalist. Inhaltlich spezialisierte sich die Zeitschrift auf literarische und vor allem historische Forschungen über den Iran.

vgl. Avery, Peter (1991): Printing, the Press and Literaturen in modern Iran. In: Avery, Peter, Hambly, Gavin und Melville, Charles (Hrsg.): The Cambridge History of Iran. Vol. 7. From Nadir Shah to the Islamic Republic. S. 815-860.

Bayat, Kaveh (2009): The Pahlavi School of Historiography on the Pahlavi Era. In: Touraj, Atabaki (Hrsg.): Iran in the 20th Century: Historiography and Political Culture. I.B. Tauris.

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